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Hook Rate & Hold Rate: Creatives lesen wie ein Analyst

26. August 2026 · 6 Min. Lesezeit
Paid SocialCreative & KI-ContentErklärt
Das Wichtigste in Kürze

Der Erfolg einer Video-Ad entscheidet sich in den ersten Sekunden. Zwei Kennzahlen machen das messbar: die Hook Rate (halten die ersten drei Sekunden die Aufmerksamkeit?) und die Hold Rate (bleiben die Leute danach dran?). Wer beide liest, erkennt früh, welches Creative skaliert — lange bevor der ROAS es verrät.

Was ist die Hook Rate?

Die Hook Rate misst, wie viele Menschen nach dem ersten Moment noch da sind. Üblich ist: 3-Sekunden-Videoansichten geteilt durch Impressionen. Sie zeigt, ob dein Einstieg im Feed „stoppt" — also stark genug ist, den Daumen anzuhalten.

Als grobe Orientierung: ab etwa 25–30 % ist die Hook Rate solide, deutlich darüber stark. Die Zahlen schwanken je nach Plattform und Zielgruppe — wichtiger als jeder absolute Richtwert ist der Vergleich zwischen deinen eigenen Creatives.

Was ist die Hold Rate?

Die Hold Rate misst, wie viele der anfänglich Interessierten wirklich dranbleiben: längere Ansichten (z. B. 15 Sekunden oder ThruPlays) geteilt durch die 3-Sekunden-Views. Ein guter Hook bringt Leute rein — die Hold Rate zeigt, ob dein Video sie auch hält.

Warum sind Hook und Hold wichtiger als die CTR?

CTR und ROAS sind Ergebnisse am Ende der Kette. Sie sagen dir, dass etwas nicht läuft, aber nur selten woran. Hook und Hold sind Frühindikatoren: Sie zeigen dir das Problem, während du noch etwas dagegen tun kannst — und sie trennen sauber zwei Fragen: „Fällt das Creative überhaupt auf?" und „Hält es, was der Einstieg verspricht?"

Wie liest man beide Werte zusammen?

Erst die Kombination ergibt eine Diagnose:

  • Hoher Hook, hohe Hold: Gewinner — Budget hochfahren, Varianten testen, bevor die Ermüdung einsetzt.
  • Hoher Hook, niedrige Hold: starker Einstieg, schwache Mitte — Pacing und Payoff überarbeiten, den Hook behalten.
  • Niedriger Hook, egal welche Hold: die ersten zwei Sekunden greifen nicht — neuer Aufmacher, neues Bild, neue erste Zeile.
  • Niedrig, niedrig: stoppen und aus den Gewinnern lernen.
Creative B · VideoHOOK FIXEN
Hook Rate17 %
Hold Rate34 %
CTR (Link)1,1 %
Lesart: Wer dranbleibt, mag das Video (hohe Hold) — aber zu wenige steigen ein. Die ersten zwei Sekunden neu bauen, den Rest lassen.
Beispiel: schwacher Hook, starke Hold — der Aufmacher ist das Problem (Illustration).

Was tue ich mit schlechten Werten?

Schwacher Hook: die ersten zwei Sekunden neu denken — Bewegung, Gesicht, klare Aussage oder ein visueller Bruch. Kein langsames Intro, kein Logo-Vorspann. Schwache Hold: Tempo raus­nehmen oder rein­bringen, den Nutzen früher zeigen, den Spannungsbogen straffen. Und immer nur eine Sache pro Test ändern, sonst weißt du nachher nicht, was gewirkt hat.

Genau dafür habe ich mir ein eigenes Reporting gebaut, das diese Werte creative-genau ausweist — die Geschichte dazu: Warum ich mir mein Reporting-Tool selbst gebaut habe. Und worauf du am Ende wirklich steuern solltest: Deckungsbeitrag statt ROAS.

Häufige Fragen

Was ist eine gute Hook Rate?

Als grobe Orientierung gilt eine Hook Rate ab etwa 25–30 % als solide, darüber als stark. Die Werte schwanken je nach Plattform, Zielgruppe und Format — entscheidend ist der Vergleich zwischen deinen eigenen Creatives.

Wie berechnet man die Hold Rate?

Hold Rate = längere Videoansichten (z. B. 15-Sekunden-Views oder ThruPlays) geteilt durch die 3-Sekunden-Views. Sie zeigt, wie viele der anfänglich Interessierten wirklich dranbleiben.

Gelten Hook und Hold auch für Bild-Anzeigen?

Direkt nur für Video. Bei statischen Anzeigen sind die Entsprechungen der Feed-Stopp und die Klickrate. Das Prinzip bleibt gleich: erst Aufmerksamkeit gewinnen, dann halten.

Michael Schweikhardt
Michael Schweikhardt

25 Jahre an der Schnittstelle von Marketing, Produkt und KI. Baut Kampagnen, Produkte und eigene Tools — u. a. saatori.

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