Für eine überschaubare Firmenwebsite mit Blog ist eine statische Seite im Git-Repo, die du mit KI pflegst, oft schneller, sicherer und günstiger im Betrieb als WordPress. Für Shops, Mitgliederbereiche und Redaktionen mit mehreren Köpfen ist sie die falsche Basis, dort gewinnt das CMS. Entscheidend ist nicht die Technik, sondern die Frage: Wer ändert wie oft was — und wer trägt die Verantwortung für Betrieb und Abnahme?
Weil WordPress der Standard ist: Laut W3Techs läuft es (Stand Oktober 2026) auf rund 40 % aller Websites weltweit (39,7 %), bei Seiten mit bekanntem CMS sind es knapp 59 % (58,5 %). Wenn alle es nutzen, fragt kaum jemand, ob es für die eigene Seite passt. Ich habe meine eigene Seite von WordPress auf eine statische Seite im Git-Repo umgestellt (Ablauf im Relaunch-Artikel). Das ist kein Glaubensbekenntnis, sondern ein Datenpunkt. Hier der Vergleich, ohne Missionieren.
Eine statische Seite besteht aus fertigen HTML-, CSS- und Bilddateien. Es gibt keine Datenbank, keinen Login-Bereich und keine Plugins auf dem Server. Die Dateien liegen in einem Git-Repository (jede Änderung ist ein protokollierter Commit). Bei mir funktioniert der Livegang so: Änderung committen, pushen, eine GitHub-Action lädt die Dateien automatisch per SFTP auf das normale Strato-Hosting. Die Zugangsdaten liegen als GitHub-Secrets, nicht im Code, und der Upload ist rein additiv: Es wird nichts auf dem Server gelöscht.
Die Pflege übernimmt Claude: Ich beschreibe, was sich ändern soll („neuer Blogartikel, Karte in die Übersicht, Filter ergänzen“), die KI ändert die Dateien, ich prüfe das Ergebnis und gebe frei. Das ist der Unterschied zu „Website mit KI bauen lassen“: Es geht um den dauerhaften Betrieb, nicht um den einmaligen Bau.
Hier wird es unbequem für die eigene These, deshalb ehrlich:
Ein Baukasten (Wix, Jimdo & Co.) ist die bequemste Lösung für den Einstieg: Hosting, Editor und Updates in einem. Der Preis ist die Bindung an den Anbieter und begrenzte Freiheit bei Technik, Tracking und Performance.
GitHub Pages ist kostenlos und für Entwicklerseiten beliebt, aber für Unternehmen mit Vorsicht zu genießen. Die GitHub-Dokumentation nennt für veröffentlichte Seiten eine Grenze von 1 GB und ein weiches Limit von 100 GB Traffic pro Monat. Außerdem ist Pages ausdrücklich nicht als kostenloses Hosting für den Betrieb eines Unternehmens oder eines Shops gedacht. Ich nutze GitHub deshalb für Versionierung und Deploy, ausgeliefert wird von normalem Webhosting.
Vier Fragen reichen als Entscheidungshilfe:
Mein Fazit: Für die klassische Firmenwebsite mit Leistungsseiten, Referenzen und einem Blog ist die statische Seite mit KI-Pflege heute eine ernstzunehmende, oft bessere Alternative. Aber sie ist kein Ersatz für jedes WordPress, und wer sie wählt, übernimmt die Verantwortung, die vorher das Plugin-Update-Roulette hatte. Eine Seite ist auch nur dann gut, wenn sie Anfragen bringt. Dazu mehr in Landingpage & CRO.
Nicht grundsätzlich, sondern für einen bestimmten Typ Seite: überschaubare Firmenwebsite mit Blog, wenige Änderer, keine Shop- oder Login-Funktion. Dort gewinnt sie bei Geschwindigkeit, Angriffsfläche und laufenden Kosten. Sobald mehrere Redakteure ohne Technik-Affinität arbeiten oder du Shop, Mitgliederbereich oder Buchungslogik brauchst, ist ein CMS meist die ehrlichere Wahl.
Ja, mit Einschränkung. Du musst keinen Code schreiben, aber beurteilen können, ob das Ergebnis stimmt: Seite im Browser prüfen, Formulare testen, wissen, wo das Backup liegt. Die Bedienung von Git (Änderungen speichern, hochladen, zurückrollen) ist erlernbar, aber kein Klick-Erlebnis wie im WordPress-Editor. Wer das nicht will, holt sich eine zweite Person für Abnahme und Betrieb dazu.
Die Angriffsfläche ist deutlich kleiner: keine Datenbank, kein Login-Bereich, keine Plugins auf dem Server. Laut Patchstack stammen 91 % der 2025 gemeldeten WordPress-Schwachstellen aus Plugins. Absolut sicher ist trotzdem nichts: Zugangsdaten, Drittanbieter-Skripte (Tracking, Formulare) und das Repository selbst müssen sauber abgesichert sein.
Deine Seite bleibt online, denn ausgeliefert werden fertige HTML-Dateien auf deinem normalen Webhosting. Verloren geht nur der bequeme Pflege-Weg. Der Code ist ein Ordner mit Standard-Dateien und lässt sich von jedem Entwickler oder mit jedem anderen Werkzeug weiterpflegen. Das ist ein echter Vorteil gegenüber Baukästen, bei denen die Seite am Anbieter hängt.
30 Minuten, unverbindlich — ich schaue mir deine Seite und deinen Änderungsbedarf an und sage ehrlich, ob sich ein Wechsel lohnt oder WordPress für dich die richtige Wahl bleibt.